{"id":86,"date":"2022-04-04T11:32:44","date_gmt":"2022-04-04T09:32:44","guid":{"rendered":"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/?page_id=86"},"modified":"2022-07-13T12:53:27","modified_gmt":"2022-07-13T10:53:27","slug":"sexshophistory","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/?page_id=86","title":{"rendered":"Zepter der Lust"},"content":{"rendered":"\n<h1>Weibliche Sexualit\u00e4t zwischen \u00d6konomisierung und Emanzipation<\/h1>\n\n\n\n<p><em>Marion Beauchet und Julian Holl<\/em><\/p>\n\n\n<style id=\"kb-image_f386c8-6f\">.kb-image_f386c8-6f.kb-image-is-ratio-size, .kb-image_f386c8-6f .kb-image-is-ratio-size{max-width:654px;width:100%;}.kb-image_f386c8-6f{max-width:654px;}.image-is-svg.kb-image_f386c8-6f img{width:100%;}<\/style>\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image_f386c8-6f size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"kb-img wp-image-630\" srcset=\"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-683x1024.jpg 683w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-200x300.jpg 200w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-768x1152.jpg 768w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/pexels-anna-shvets-5187652-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption><em><sup>(c) Anna Shvets<\/sup><\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<p>In der Nachkriegszeit entwickelten sich in Westdeutschland und Westberlin zunehmend Industriezweige rund um das Thema der Sexualit\u00e4t. Insbesondere der Anstieg an Sexshops l\u00e4sst sich zur Unterstreichung eines allgemeinen Trends zur \u00d6konomisierung der Sexualit\u00e4t heranziehen. Unter \u00d6konomisierung verstehen wir die zunehmende Vermarktung von Produkten, die in Zusammenhang mit dem sexuellen Vergn\u00fcgen stehen und den Willen damit Profit zu erzeugen. Wir stellen uns die Frage inwieweit die \u00d6konomisierung von Sexualit\u00e4t die weibliche Lust gesellschaftsf\u00e4higer gemacht hat. Folgend soll der These nachgegangen werden, dass die Entstehung und Etablierung der Sexshops und insbesondere ihr Vertrieb von Vibratoren, zu einer Steigerung der Gesellschaftsf\u00e4higkeit weiblicher Lust beigetragen haben und immer noch beitragen. In der folgenden Untersuchung wird daher der Aufstieg von Beate Uhse Sexshops fokussiert, dessen Umsatz Mitte der 1950er Jahre schon die Millionengrenze \u00fcberstieg.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>In diesem Text untersuchen wir vor allem feministische Sexshops in Berlin in den Jahren 1950 bis in die Gegenwart, die ihr besonderes Augenmerk auf die Vorlieben von Frauen richten. Das ist ein Spezifikum von feministischen Sexshops &#8211; im Gegensatz zu klassischen \u201emainstream\u201c Sexshops, die sich eher auf m\u00e4nnliche Vorlieben fokussieren. Feministische Sexshops gewinnen mehr und mehr an Popularit\u00e4t und verdr\u00e4ngen zunehmend die klassischen Sexshops, was Frauen zunehmend ansprechende Anlaufstellen zum Ausleben und Erforschen der eigenen Sexualit\u00e4t bietet. Daher sind feministische Sexshops grundlegend f\u00fcr den Stellenwert weiblicher Lust in der Gesellschaft und deren \u00d6konomisierung. F\u00fcr eine Evaluierung des Einflusses, den die weibliche Kundschaft von spezialisierten Erotikgesch\u00e4ften auf die gesellschaftliche Stellung weiblicher Lust hat, kontrastieren wir den kleinen, von einer feministischen Aktivistin gegr\u00fcndeten und nachhaltig gef\u00fchrten Sexshop \u201aSexclusivit\u00e4ten\u2018 mit dem gro\u00dfen Onlinekonzern \u201aAmorelie\u2018. Zum Schluss f\u00fchren wir die Str\u00e4nge zusammen und argumentieren, dass die Gesellschaftsf\u00e4higkeit weiblicher Lust sowohl Produkt von als auch Bedingung f\u00fcr die Wechselwirkungen zwischen sowohl wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen als auch das Wirken einzelner Pionier:innen in einem avantgardistisches Umfeld ist.<\/p>\n<p>Die \u00d6konomisierung von Sexualit\u00e4t erfuhr in der Nachkriegszeit einen gro\u00dfen Aufschwung. Sexualit\u00e4t und Nacktheit wurden, einem starken Konservatismus der 1950er Jahre zum Trotz, stetig liberalisiert und \u00f6konomisiert.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Sogenannte \u201eVergn\u00fcgungsviertel\u201c, wie im Hamburger Viertel St.&nbsp;Pauli, genossen gro\u00dfe Popularit\u00e4t in der Bev\u00f6lkerung.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Die Striptease Lokale richteten sich jedoch ausschlie\u00dflich an M\u00e4nner. Frauen wurde der Eintritt verweigert, was sich bis heute weitfl\u00e4chig nicht ver\u00e4ndert hat. Zur gleichen Zeit erlebten die Versandh\u00e4user eine signifikante Entwicklung und die Zielgruppen waren in dem Fall sowohl M\u00e4nner als auch Frauen und ganz besonders P\u00e4rchen. Die Unternehmerin Beate Uhse legte in den f\u00fcnfziger Jahren den Grundbaustein f\u00fcr ihren Erotikkonzern, der zun\u00e4chst der \u201eEhehygiene\u201c gewidmet war. [<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">4]<\/a> Haupts\u00e4chlich wurden Verh\u00fcttungsmittel wie Kondome und Aufkl\u00e4rungszeitschriften verkauft. In den Zeitschriften von Beate Uhse wurden die Themen \u201aFrigidit\u00e4t\u2018 und Impotenz behandelt, wodurch zum ersten Mal seit der Weimarer Republik die sexuellen Bed\u00fcrfnisse von Frauen thematisiert und zunehmend ber\u00fccksichtigt wurden. <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Der Mythos der frigiden Frau wurde zunehmend dekonstruiert und abgelehnt.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Man erkannte, man m\u00fcsse lernen, wie Frauen k\u00f6rperlich und geistig zu stimulieren sind. Es wurde die Botschaft vermittelt, dass \u201ezu einem guten Sexualleben eben zwei geh\u00f6ren, auch ein einf\u00fchlsamer aber kein egoistischer Ehemann\u201c.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"> [7<\/a>]&nbsp; Sp\u00e4ter entfernte sich Uhse von ihrer aufkl\u00e4rerischen Mission und ihr Unternehmen stieg 1975 mit der Legalisierung von Pornografie in den Verkauf von Videos ein, die aus feministischer Perspektive als frauenfeindlich kritisiert wurden. [<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">8]<\/a> Ihr wurde vorgeworfen, mehr am Gewinn, als an der Gleichberechtigung der Frau interessiert zu sein.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"> [9]<\/a><\/p>\n<p>Die ersten Vibratoren wurden in Deutschland von der Firma \u201eSanitas\u201c in der Zeit des ersten Weltkriegs verkauft, jedoch zun\u00e4chst als Massageger\u00e4te f\u00fcr kosmetische und medizinische Behandlungen vermarktet.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"> [10]<\/a> Ab welchem Zeitpunkt die Frauen herausgefunden haben, dass diese Ger\u00e4te auch sexuelles Vergn\u00fcgen bereiten k\u00f6nnen, ist unklar. In den USA waren Vibratoren bereits ab den 1920er Jahren in pornografischen Filmen zu sehen, was die Vermutung nahelegt, dass es in Deutschland \u00e4hnlich war, aber weniger dar\u00fcber berichtet wurde.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"> [11]<\/a> Masturbation im Erwachsenenalter, besonders bei Frauen, war unter anderem aufgrund der psychoanalytisch-sexualwissenschaftlichen Theorien Sigmund Freuds lange Zeit tabuisiert. Freud vertrat die Ansicht, dass \u201edie Masturbation die Urform des sexuellen Ausdrucks \u00fcberhaupt sei. In einer fr\u00fchen Entwicklungsphase war sie vollkommen nat\u00fcrlich und zweckdienlich, doch war es notwendig, sie wieder aufzugeben, um ein korrekt funktionierender Erwachsener zu werden\u201c. [<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">12]<\/a> Frauen wurden dazu aufgefordert das Masturbieren aufzugeben, wodurch die M\u00f6glichkeit des Orgasmus eingeschr\u00e4nkt wurde.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"> [13]<\/a><\/p>\n<p>Der Beginn der nachfreudianischen \u00c4ra der Masturbation k\u00f6nnte 1966 mit der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eHuman Sexual Response\u201c von William Masters und Virginia Johnson begonnen haben. Auf Grundlagen von Interviews und ausf\u00fchrlichen Untersuchungen haben die beiden Autor:innen belegen k\u00f6nnen, dass:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201edie meisten Frauen die aktive Manipulation des Klitorisschaftes und des Venush\u00fcgelareals w\u00e4hrend des gesamten Zeitraums ihres orgasmischen Erlebens fortsetzen. Das bedeutete, dass beim heterosexuellen Verkehr blo\u00dfes Penetrieren und Sto\u00dfen allein einfach nicht genug war.\u201c [14]<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zwar war das Ziel der Autor:innen, Frauen zu gr\u00f6\u00dferer Befriedigung in heterosexuellen Beziehungen zu helfen,&nbsp;\u201edoch in einem allgemeineren Sinn lie\u00df es auch darauf schlie\u00dfen, dass, zumindest aus einer physiologischen Perspektive, die Selbstbefriedigung die tats\u00e4chliche Wahrheit der weiblichen Sexualit\u00e4t verk\u00f6rperte\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[6]<\/a>&nbsp; Im selben Jahr reicht John H. Tavel das erste Patent f\u00fcr einen batteriebetriebenen Vibrator ein.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[7]<\/a> Die Anerkennung der Selbstbefriedigung als essentieller Teil der weiblichen Sexualit\u00e4t und die fortschrittliche Entwicklung von Produkten, die dieser Selbstbefriedigung dienen, k\u00f6nnen als eine weitere Steigerung der Gesellschaftsf\u00e4higkeit weiblicher Lust angesehen werden.<\/p>\n<p>Mit dem Ende des Verbots von Pornografie 1975 erfuhr die Erotikbranche nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch kreativen Schub, in dem der Vibrator \u201elernt zu sto\u00dfen, sich zu drehen, in sich Kugeln rotieren zu lassen oder bekommt ein aufgesetztes \u201eKaninchen\u201c, das au\u00dfen die Klitoris stimuliert\u201c.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[8]<\/a> Die Vervielf\u00e4ltigung der Vibratoren ver\u00e4nderte das Feld der Sexualkultur. Hat die Verbreitung von Vibratoren es erm\u00f6glicht, offener \u00fcber Sexualit\u00e4t und weibliche Lust zu reden? Und welche Auswirkungen hatte die gleichzeitig stattfindende Intensivierung der \u00d6konomisierung der Sexualkultur? Der Vibrator symbolisiert jenes moderne Spannungsfeld des Sexuellen zwischen Flexibilisierung und Normalisierung, Wahrheitscharakter und Warencharakter. Bis heute liegt gerade in \u201aMainstream\u2018-Sexshops das Hauptaugenmerk nicht auf sexueller Aufkl\u00e4rung, sondern einem gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Umsatz.<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-kadence-image kb-image_33ac4d-ce size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"kb-img wp-image-628\" srcset=\"https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-683x1024.jpg 683w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-200x300.jpg 200w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-768x1152.jpg 768w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/sexhistory-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Anna-Shvets-_2-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption><em><sup>(c) Anna Shvets<\/sup><\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>In diesem Spannungsfeld verschreiben sich zeitgen\u00f6ssische queere und\/oder feministische Sexshops explizit der sexuellen Aufkl\u00e4rung, indem sie das Entdecken der eigenen sexuellen Vorlieben und Interessen ihrer Kund:innen zum Hauptziel machen.<a name=\"_ftnref18\"><\/a><a href=\"#_ftn18\">[9]<\/a> Zumeist ist es den L\u00e4den ein Anliegen, g\u00e4ngige Vorstellungen von Sexualit\u00e4t zu dekonstruieren, um eigene und partnerschaftliche Erwartungen rekonstruieren zu k\u00f6nnen. Auch eine L\u00f6sung von traditionellen Geschlechterrollen und-hierarchien wird intendiert. Vibratoren und andere Sexspielzeuge werden dabei als n\u00fctzliches Mittel angesehen, den eigenen K\u00f6rper besser kennen zu lernen. Dadurch kann auch ein Beitrag zur Enttabuisierung der (weiblichen) Masturbation und der Lust im Allgemeinen geleistet werden. Der queere, feministische Sexshop \u201eOther Nature\u201c in Berlin beschreibt seine Mission folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eIn unserer Arbeit sehen wir die unglaubliche Vielfalt von Sexualit\u00e4ten. Es gibt \u00fcber 7&nbsp;Milliarden verschiedene Arten von \u201enormal\u201c auf diesem Planeten und bei uns sind sie alle willkommen! Seit der Er\u00f6ffnung 2011 haben wir uns bei Other Nature immer daf\u00fcr eingesetzt, Neugier \u00fcber Sexualit\u00e4t zu unterst\u00fctzen \u2013 du musst nicht alles wissen (niemand kann das). Unwissen ist die Chance zu lernen und eine Einladung, kreativ und verspielt zu sein. Wir unterst\u00fctzen konsensuellen sexuellen Ausdruck in allen Formen, k\u00f6rperliche Autonomit\u00e4t und sexuelle Selbstbestimmung. Und wie auch immer du gerade zu Sex stehst, wir sind f\u00fcr dich da.&#8220;<a name=\"_ftnref19\"><\/a><a href=\"#_ftn19\">[10]<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Auch Laura M\u00e9ritt, die Gr\u00fcnderin des ersten deutschen feministischen Sexshops \u201eSexklusivit\u00e4ten\u201c ist, haben \u00e4hnliche Motive dazu gebracht ihren Laden vor 30 Jahren in Berlin zu er\u00f6ffnen. Die Erkenntnis, dass es besonders zur weiblichen Sexualit\u00e4t sehr wenige Informationen gibt, war einer von M\u00e9ritts Gr\u00fcnden f\u00fcr die Er\u00f6ffnung ihres Ladens. Ein weiterer Grund war, dass die meisten Menschen Mainstream-Pornografie als Informationsquelle nutzen w\u00fcrden und es keine guten Aufkl\u00e4rungsmaterialen gebe. Daher sah M\u00e9ritt sich in der Pflicht, Wissen weiterzugeben. Sie identifiziert sich selbst mit einem sex-positiven Feminismus, der ein Befreiungspotenzial in einer selbstbestimmten Sexualit\u00e4t sieht. Sexuelles Experimentieren w\u00fcrde in Berlin dazugeh\u00f6ren und daher w\u00fcrde sich Berlin sehr gut f\u00fcr die Er\u00f6ffnung eines feministischen Sexshops eignen. M\u00e9ritts Gesch\u00e4ftsmodell ist antikapitalistisch orientiert. Ihr Laden war schon immer gleichzeitig ihre Wohnung und somit empf\u00e4ngt sie ihre gesamte Kundschaft zuhause. Nach eigener Aussage, war M\u00e9ritt vor 15 Jahren eine der ersten Personen in Europa, die dazu beigetragen hat, dass spezielle und geeignete Spielzeuge f\u00fcr trans Menschen hergestellt wurden. Auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ihr sehr wichtig. Ihre Priorit\u00e4t liegt allgemein darauf, f\u00fcr alle Sexualit\u00e4ten und Identit\u00e4ten ansprechbar zu sein, denn wie M\u00e9ritt selbst sagt, ist sie \u201emehr Verantwortung als Gesch\u00e4ftsfrau.\u201c Auch, wenn die \u00d6konomisierung der weiblichen Lust in unserem kapitalistischen System unvermeidbar sei, gehe es darum, sich dieses System zunutze zu machen, um beispielsweise auch FLINTA-Sexualit\u00e4ten gesellschaftsf\u00e4hig zu machen und befreiende, selbstbestimmte Aufkl\u00e4rung zu betreiben.<a name=\"_ftnref20\"><\/a><a href=\"#_ftn20\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Konkurrenten solcher kleinen Sexshops, die ausf\u00fchrliche Beratung und N\u00e4he an der Kundschaft bevorzugen, sind Online-Shops. Diese haben in den letzten Jahren einen gro\u00dfen Boom erfahren. Kein anderes Unternehmen personifiziert die \u201eRenaissance des Online-Erotikhandels\u201c mehr als das Berliner Startup \u201eAmorelie\u201c.<a name=\"_ftnref21\"><\/a><a href=\"#_ftn21\">[12]<\/a> 2013 gegr\u00fcndet, schrieb Amorelie bereits 2016 Gewinne<a name=\"_ftnref22\"><\/a><a href=\"#_ftn22\">[13]<\/a> und erreichte 2018 einen Umsatz von 60 Millionen Euro mit \u00fcber 100 Mitarbeiter:innen.<a name=\"_ftnref23\"><\/a><a href=\"#_ftn23\">[14]<\/a> Wie es dazu kam, kann man an drei Aspekten ablesen, die mit der Gesellschaftsf\u00e4higkeit von weiblicher Sexualit\u00e4t einhergehen.<\/p>\n<p>Der erste Aspekt in dem Amorelie einen Entwicklungsschritt in Richtung Gesellschaftsf\u00e4higkeit von weiblicher Lust geht ist der Fokus auf die junge weibliche Klientel, der zentralen Zielgruppe. Zum Vergleich: Beate Uhse richtete sich zwar anfangs an Frauen, jedoch vornehmlich an solche in festen Partnerschaften. Trotzdem war die Klientel der Sextoy-Industrie bis vor kurzem m\u00e4nnerdominiert. Explizite Darstellungen auf Verpackungen und in der Werbung waren h\u00e4ufig an stereotyper m\u00e4nnlicher Lust orientiert und f\u00fcr Frauen weniger ansprechend. Obwohl sich M\u00e4nner statistisch h\u00e4ufiger selbstbefriedigen,<a name=\"_ftnref24\"><\/a><a href=\"#_ftn24\"><sup>[15]<\/sup><\/a> benutzen allerdings mehr Frauen Sextoys bei der Masturbation.<a name=\"_ftnref25\"><\/a><a href=\"#_ftn25\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Diese Marktl\u00fccke hat Lea-Sophie Cramer, Gr\u00fcnderin von Amorelie, erkannt und leitete eine Kehrtwende in der Industrie ein, indem sie Begehren und Bed\u00fcrfnisse von Frauen fokussierte. Daraus k\u00f6nnte man die These schlie\u00dfen, dass Amorelie den Fokus eher auf die Befriedigung von Frauen als auf die Fantasie von M\u00e4nnern legt. Dieser Markt bot eine lukrative Plattform, sexuelle Lust zu materialisieren.<\/p>\n<p>Der zweite Aspekt des Wandels der Gesellschaftsf\u00e4higkeit von weiblicher Lust betrifft den Zugang f\u00fcr Frauen. W\u00e4hrend Beate Uhses Netzwerk physischer Sexshops schlussendlich zum Konkurs beitrug, entfallen bei Amorelie Kosten f\u00fcr Ladenfl\u00e4che und Verkaufspersonal durch den ausschlie\u00dflichen Fokus auf den Onlinehandel. Durch Werbekampagnen erlangt Amorelie eine breite \u00d6ffentlichkeit und nutzt vor allem eine digitale Sph\u00e4re zur Vermarktung ihrer Produkte, die Beate Uhse in dieser Form nicht zur Verf\u00fcgung gestanden hat. Die H\u00fcrde f\u00fcr den Einkauf von Sextoys in einem physischen Gesch\u00e4ft ist deutlich h\u00f6her als im Onlineshop. 31% der in einer Studie von 2017 zum Erwerb von Sextoys befragten Frauen haben schon einmal Sextoys im Gesch\u00e4ft gekauft, w\u00e4hrend 43% sie schon mal online bestellt haben.<a name=\"_ftnref26\"><\/a><a href=\"#_ftn26\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Es lie\u00dfe sich sagen, dass der online Zugang sowohl die \u00d6konomisierung weiblicher Lust als auch die sexuelle Aufkl\u00e4rung vereinfacht. Unter anderem zeigt sich dies in einem YouTube Format aus dem Jahr 2021, in dem Amorelie \u00fcber den Umgang mit Geschlechtsidentit\u00e4t und Schamgef\u00fchlen in Bezug auf Masturbation aufkl\u00e4rt.<a name=\"_ftnref27\"><\/a><a href=\"#_ftn27\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Der dritte Aspekt des Einflusses von Amorelie betrifft die \u00f6ffentliche Wahrnehmung weiblicher Sexualit\u00e4t: Amorelie strahlte nachmittags Fernsehwerbespots f\u00fcr ihre Produkte zur Selbstbefriedigung aus, was bei so manch einem Elternteil auf Emp\u00f6rung stie\u00df. Die Werbung f\u00fcr Sextoys im Tagesprogramm verst\u00f6\u00dft zwar nicht gegen das Jugendschutzgesetz, wird jedoch von gen\u00fcgend Eltern kritisiert, weil die Doppeldeutigkeit der TV-Spots das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken w\u00fcrde.<a name=\"_ftnref28\"><\/a><a href=\"#_ftn28\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Dennoch scheint der \u00f6ffentliche Diskurs \u00fcber Sexualit\u00e4t liberaler zu werden. Das wird von einer Studie untermauert, die suggeriert, dass der Diskurs \u00fcber Sexualit\u00e4t in den 2010er Jahren noch unterschwelliger war. Doch inzwischen betitelt jede zweite Frau Gespr\u00e4chsstoff wie Masturbation, Sextoys und Pornos als gesellschaftstauglich.<a name=\"_ftnref29\"><\/a><a href=\"#_ftn29\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Amorelie ist allerdings kein Einzelfall. Die Eis GmbH ist bereits seit 2006 im Gesch\u00e4ft und hat mehr Marktanteile.<a name=\"_ftnref30\"><\/a><a href=\"#_ftn30\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Dennoch lassen sich aus der Geschichte des Amorelie-Unternehmens mehr Tendenzen f\u00fcr einen gesellschaftlichen Wandel in Bezug auf weibliche Lust herauslesen: Die weibliche Gr\u00fcnderin wurde mit ihrem Einsatz f\u00fcr eine schamfreie Werbung f\u00fcr Erotikprodukte vom Bundeswirtschaftsministerium zur Vorbild-Unternehmerin ausgezeichnet.<a name=\"_ftnref31\"><\/a><a href=\"#_ftn31\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Obgleich hier eine Verbindung zwischen \u00d6konomisierung und Liberalisierung weiblicher Lust besteht, kann der Bildungsanspruch von Erotikkonzernen mit zunehmendem Markterfolg in den Hintergrund gelangen. Wie an dem Beispiel von Beate Uhse deutlich wird, standen Idealismus und Aufkl\u00e4rung zwar anfangs im Vordergrund, aber schlussendlich orientierte sich der Konzern nicht an Aufkl\u00e4rung, sondern an \u00f6konomischen Gewinnen. Ein Beispiel sind die von Beate Uhse teils produzierten und vertriebenen Sexfilme, in denen Frauen einzig der sexuellen Befriedigung m\u00e4nnlicher Darsteller dienten und somit auf ihren K\u00f6rper reduziert wurden, von Frauenrechtlern allgemein kritisiert. M\u00e4nnliche Charaktere hingegen h\u00e4tten oft ihre eigene Geschichte und Pers\u00f6nlichkeit.<a name=\"_ftnref32\"><\/a><a href=\"#_ftn32\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Uhse von Frauenrechtlern als aktiv diskriminierend kritisiert wurde, bietet Amorelie weniger Angriffsfl\u00e4che. Ein Aspekt springt bei der Untersuchung der Internetseite vom Amorelie Onlineshop ins Auge: Die Produktkategorien beschr\u00e4nken sich auf Paare, M\u00e4nner, Frauen, Bondage, Dessous und Drogerie.<a name=\"_ftnref33\"><\/a><a href=\"#_ftn33\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Doch was ist mit Menschen, die sich in dieser Kategorisierung nicht wiederfinden k\u00f6nnen? Es gibt nicht nur Paare, sondern auch Beziehungen, die aus mehr als zwei Personen bestehen. Es gibt nicht nur M\u00e4nner oder Frauen, sondern auch nichtbin\u00e4re Menschen. Die Kategorie \u201eDessous\u201c suggeriert, dass nur Frauen Reizunterw\u00e4sche tragen. Und die Kategorie \u201eBondage\u201c wirkt auf den ersten Blick wie ein Sammelbecken f\u00fcr alle sexuellen Vorlieben, die nicht der Norm entsprechen. Und die Kategorie \u201eAufkl\u00e4rung\u201c gibt es auch nicht.<\/p>\n<p>Auf dieser Grundlage lassen sich Vermutungen \u00fcber die Zielgruppe von Amorelie anstellen. Man k\u00f6nnte argumentieren, dass die Produktkategorien indirekt Menschen ausschlie\u00dfen, die sich dort nicht wiederfinden k\u00f6nnen. Sexuelle Orientierungen, die seltener vorkommen werden nicht inkludiert. Somit k\u00f6nnte Amorelie zu einer unterschwelligen Normalisierung von durchschnittlicher und allgemein oft vorkommenden Arten von Sexualit\u00e4t beitragen. Das k\u00f6nnte durchaus als indirekte Diskriminierung angesehen werden. W\u00e4hrend aktiv diskriminierende Strukturen gegen\u00fcber Frauen bereits zunehmend abgebaut wurden, besteht indirekte Diskriminierung marginalisierter Gruppen fort.<\/p>\n<p>Die Konkurrenz f\u00fcr kleine L\u00e4den, wie der von Laura Meritt, ist gro\u00df. In einem pers\u00f6nlich gef\u00fchrten Interview erz\u00e4hlte sie, dass \u201eOnlineshops enorme Konkurrenzfaktoren [sind], [welche] kleinen L\u00e4den die Substanz abgraben\u201c.&nbsp; Dennoch r\u00e4umt M\u00e9ritt ein, dass die gro\u00dfen Onlineshops auch eine \u201eenorme Entwicklung\u201c bedingen, da so die Reichweite erh\u00f6ht werde. \u201eWir leben im Kapitalismus. Du erreichst \u00fcber den Konsum mehr Menschen\u201c. Gleichzeitig f\u00e4nden die \u201eVergessenen\u201c des Massenerotikhandels in kleineren Sexshops mehr Beachtung.<a name=\"_ftnref34\"><\/a><a href=\"#_ftn34\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Kategorisierungen im Internetauftritt von \u201eSexclusivit\u00e4ten\u201c orientieren sich nicht an der Klassifikation von Anwender:innen, sondern von Produkten, was direkte Diskriminierung von Minderheiten vorerst umschifft. Auf der Startseite stehen \u201eWorkshops und Salons\u201c im Vordergrund, wohinter sich Gruppenseminare zu Themen wie \u201eVulva Massage\u201c verbergen.<a name=\"_ftnref35\"><\/a><a href=\"#_ftn35\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Die \u201eWorkshops [waren] sofort ausgebucht, sobald es [wegen Corona] wieder ging. Es ist sch\u00f6n zu wissen, dass Menschen Sehnsucht nach k\u00f6rperlichem Kontakt haben\u201c.<a name=\"_ftnref36\"><\/a><a href=\"#_ftn36\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Seminare werden getrennt angeboten &#8211; entweder nur f\u00fcr Frauen oder f\u00fcr alle Geschlechts- und Beziehungsidentifikationen. Das grenzt einerseits niemanden aus und schafft andererseits Schutzr\u00e4ume f\u00fcr Frauen. \u201eIn meine Workshops kommen viele hetero Frauen, die sich zum ersten Mal mit ihrer Anatomie auseinandersetzen. Viele wissen noch wenig\u201c.<a name=\"_ftnref37\"><\/a><a href=\"#_ftn37\"><sup>[28]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auffallend sind die Kategorien \u201eSafer Sex\u201c und \u201eCliteratur\u201c, da hier der Unterschied zu Amorelie verdeutlicht wird. Hier werden Hygiene- und Verh\u00fctungsartikel und vor allem Literatur angeboten.<a name=\"_ftnref38\"><\/a><a href=\"#_ftn38\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Die Literatur deckt ein breites Spektrum ab, von Jugendaufkl\u00e4rung und Psychologie \u00fcber Zeitschriften und Erotikliteratur bis zu alternativen Beziehungsmodellen und Geschlechtsidentit\u00e4ten. Wiederholt f\u00e4llt auf, dass verschiedene Identit\u00e4ten mit einbezogen werden: Es gibt eine Rubrik mit \u201eTransfilmen\u201c und eine Verlinkung zu einem anderen Onlineshop, der sich auf \u201eTranstoys\u201c spezialisiert.<a name=\"_ftnref39\"><\/a><a href=\"#_ftn39\"><sup>[30]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Das Hauptaugenmerk von Amorelie scheint der Markt f\u00fcr die breite weibliche Kundschaft zu sein. Somit mag zwar eine Liberalisierung der weiblichen Lust bef\u00f6rdert werden, jedoch ist diese Liberalisierung dennoch in Bahnen der hegemonialen Ordnung gelenkt. Queere feministische Sexshops wie Sexklusivit\u00e4ten hingegen ber\u00fccksichtigen plurale weibliche Sexualit\u00e4ten und versuchen nicht, auf dem Massenmarkt hohe Gewinne einzustreichen. Dies illustriert eine fundamentale Schattenseite der \u00d6konomisierung weiblicher Lust: Um weibliche Sexualit\u00e4t f\u00fcr die breite Kundschaft tauglich zu machen, m\u00fcssen die Geschm\u00e4cker und Anforderungen an Sextoys relativ homogen sein, sonst ist die Massenproduktion der Produkte zu teuer und kompliziert. Infolgedessen k\u00f6nnen die gro\u00dfen Namen der Erotikbranche zu einem \u00dcberschatten der pluralen Realit\u00e4t von weiblicher Lust beitragen. Das mag an der inh\u00e4renten Natur der modernen Markwirtschaft liegen. F\u00fcr M\u00e9ritt steht fest: \u201eNat\u00fcrlich ist \u00d6konomisierung der Weg im Kapitalismus. [\u2026] Es ist ein Katalysator, weil wir dar\u00fcber nat\u00fcrlich auch Informationen verbreiten k\u00f6nnen. [\u2026] Doch wo bleibt die Alternative?\u201c<a name=\"_ftnref40\"><\/a><a href=\"#_ftn40\"><sup>[31]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dementsprechend ist das Ph\u00e4nomen der \u00d6konomisierung zu differenzieren. Einerseits gibt es die gewinnorientierte \u00d6konomisierung des Massenmarktes. Diese erreicht zwar viele Menschen, aber suggeriert auch eine realit\u00e4tsferne Konformit\u00e4t. Andererseits gibt es auch das an Bed\u00fcrfnissen von gesellschaftlichen Randgruppen orientierte Wirken einzelner Pionier:innen und Aktivist:innen, das&nbsp; auch den Verdienst des Lebensunterhalts zul\u00e4sst. Hier gibt es Raum, die vielf\u00e4ltige Realit\u00e4t von L\u00fcsten widerzuspiegeln.<\/p>\n<p>Jedoch bleibt die \u201eHenne-und-Ei\u201c-Frage offen: H\u00e4tte es ohne die \u00d6konomisierung weiblicher Lust \u00fcberhaupt eine Liberalisierung gegeben, oder profitierte die \u00d6konomisierung von einer vorhergehenden Liberalisierungswelle? Diese Frage ist schwer zu beantworten und bedarf sowohl historischer als auch soziologischer Expertise. Da die wissenschaftliche Er\u00f6rterung dieser Frage hier nicht unternommen werden kann, wird an dieser Stelle lediglich eine Hypothese formuliert, die keinen Anspruch auf Richtigkeit erhebt, sondern lediglich zum Nachdenken und Nachforschen anregen soll. Die \u00d6konomisierung weiblicher Lust musste auf fruchtbaren Boden treffen, um \u00fcberhaupt massentauglich sein zu k\u00f6nnen. Ohne eine gesellschaftliche Stimmung, die den Wandel ersehnte, h\u00e4tte es auch keinen Markt f\u00fcr die \u00d6konomisierung gegeben. Erst dann konnten Pionierinnen wie Beate Uhse die Welle der Ver\u00e4nderung nutzen und sich zu einem Industriekonzern entwickeln. Diese Massen\u00f6konomisierung mag zwar viele Menschen erreicht haben, sie kommuniziert aber ein vorgefertigtes Format von weiblicher Lust, das nicht mit der Vielgestaltigkeit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt. Somit war die Massen\u00f6konomisierung ein Motor, der gesellschaftlichen Wandel zwar beschleunigte, aber nicht urspr\u00fcnglich verursachte. Erst Wegbereiterinnen wie Laura M\u00e9ritt, die bereits vor 30 Jahren t\u00e4tig wurden und das erkannten, k\u00f6nnen den gesellschaftlichen Wandel ohne Ausgrenzung von umkonformer Minderheiten fortf\u00fchren. Das entspricht nat\u00fcrlichen und organischen Entwicklung &#8211; keiner simplifizierten und massentauglichen. Denn Marktinteressen allein reichen nicht aus, um weibliche Lust so auszudr\u00fccken, wie sie in Realit\u00e4t auch ist, n\u00e4mlich plural und nicht auf vorgefertigte Kategorien reduzierbar.<\/p>\n<p><\/p>\n<p><a name=\"_ftn1\"><\/a><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Vgl. Grossmann, Stefanie. (2021, 16. Juli) <em>Knallhart und umstritten: Sexshop-Pionierin Beate Uhse. <\/em><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Beate-Uhse-Die-umstrittene-Sexshop-Pionierin,beateuhse182.html\">https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Beate-Uhse-Die-umstrittene-Sexshop-Pionierin,beateuhse182.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 13.06.2022, im Folgenden zitiert als: Grossmann, Knallhart und umstritten).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn2\"><\/a><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Vgl. Eitler, Pascal: \u201eSexualit\u00e4t als Ware und Wahrheit: K\u00f6rpergeschichte als Konsumgeschichte\u201c, in: Haupt, Heinz-Gerhard\/Torp, Claudius (Hrsg.):&nbsp;<em>Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990<\/em>. 2009. Frankfurt\/New York: Suhrkamp, S.380.&nbsp;(im Folgenden zitiert als: Eitler, Sexualit\u00e4t als Ware und Wahrheit).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn3\"><\/a><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Vgl. Ebd.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn4\"><\/a><a href=\"#_ftnref4\">4<\/a> Vgl. Ebd., S. 381.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn5\"><\/a><a href=\"#_ftnref5\">5<\/a> Vgl. Beck, Nadine: <em>Plug + Play: 150 Jahre Vibrator \u2013 ein Jubelband<\/em>. 2019. Ilmtal-Weinstra\u00dfe: Jonas Verlag, S.54. (im Folgenden zitiert als: Beck, Plug + Play).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn6\"><\/a><a href=\"#_ftnref6\">[4]<\/a> Vgl. Ebd.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn7\"><\/a><a href=\"#_ftnref7\">6<\/a> Vgl. Ebd., S. 55.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn8\"><\/a><a href=\"#_ftnref8\">7<\/a> Vgl. Grossmann, Knallhart und umstritten.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn9\"><\/a><a href=\"#_ftnref9\">8<\/a> Vgl. Ebd.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn10\"><\/a><a href=\"#_ftnref10\">9<\/a> Vgl. Beck, Plug + Play, S.34. Diese Verkaufsstrategie war durch den amerikanischen Markt inspiriert.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn11\"><\/a><a href=\"#_ftnref11\">10<\/a> Vgl. Ebd., S.35.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn12\"><\/a><a href=\"#_ftnref12\">11<\/a> Vgl. Laqueur W., Thomas. <em>Die Einsame Lust \u2013 eine Kulturgeschichte der Selbstbefriedigung<\/em>. 2008. Berlin: Osburg Verlag, S.77. (Im Folgenden zitiert als: Laqueur, die einsame Lust).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn13\"><\/a><a href=\"#_ftnref13\">12<\/a> Vgl. Ebd., S.78.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn14\"><\/a><a href=\"#_ftnref14\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Vgl. Ebd., S.81-82.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn15\"><\/a><a href=\"#_ftnref15\">[6]<\/a> Vgl. Ebd., S.82.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn16\"><\/a><a href=\"#_ftnref16\">[7]<\/a> Vgl. Beck, Plug + Play, S.74.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn17\"><\/a><a href=\"#_ftnref17\">[8]<\/a> Vgl. Ebd., S.98.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn18\"><\/a><a href=\"#_ftnref18\">[9]<\/a> Vgl. Ebd., S.125.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn19\"><\/a><a href=\"#_ftnref19\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Vgl. Other Nature: alternativer Sexladen, Other Nature GmbH, <a href=\"https:\/\/other-nature.de\/de\/info\/about\">https:\/\/other-nature.de\/de\/info\/about<\/a> (zuletzt aufgerufen am 22.03.2022).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn20\"><\/a><a href=\"#_ftnref20\"><sup>[11]<\/sup><\/a> FLINTA ist eine Abk\u00fcrzung f\u00fcr Frauen, Lesben, intersexuelle Menschen, nicht-bin\u00e4re Menschen, transgender Menschen und agender Menschen.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn21\"><\/a><a href=\"#_ftnref21\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Vgl. Dummer, Niklas: Die Renaissance des Erotikhandels, in: Wirtschaft Woche, 28.05.2015, <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/beate-uhse-eis-de-amorelie-die-renaissance-des-erotikhandels\/11838356-all.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/beate-uhse-eis-de-amorelie-die-renaissance-des-erotikhandels\/11838356-all.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.2022).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn22\"><\/a><a href=\"#_ftnref22\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Vgl. H\u00fcsing, Alexander: Amorelie: von 5,5 Millionen Verlust zu 450.000 Euro Gewinn, in: deutsche startups, 12.07.2018, <a href=\"https:\/\/www.deutsche-startups.de\/2018\/07\/12\/amorelie-450000-gewinn\/\">https:\/\/www.deutsche-startups.de\/2018\/07\/12\/amorelie-450000-gewinn\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.2022).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn23\"><\/a><a href=\"#_ftnref23\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Vgl. Randler, Stephan: Gesch\u00e4ftsjahr 2019: Amorelie macht weniger Umsatz als im Jahr zuvor, in: <a href=\"http:\/\/neuhandeln.de\">neuhandeln.de<\/a>, 22.02.2021, <a href=\"https:\/\/neuhandeln.de\/amorelie-macht-weniger-umsatz-als-im-jahr-zuvor\/\">https:\/\/neuhandeln.de\/amorelie-macht-weniger-umsatz-als-im-jahr-zuvor\/<\/a> (aufgerufen am 10.04.2022)<\/p>\n<p><a name=\"_ftn24\"><\/a><a href=\"#_ftnref24\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Vgl. Beste, Alexandra: M\u00e4nner befriedigen sich doppelt so h\u00e4ufig selbst wie Frauen, in: WELT, 26.09.2021, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article233503024\/Masturbation-So-oft-treiben-es-Maenner-und-Frauen-mit-sich-selbst.html\">https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article233503024\/Masturbation-So-oft-treiben-es-Maenner-und-Frauen-mit-sich-selbst.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.07.2022)<\/p>\n<p><a name=\"_ftn25\"><\/a><a href=\"#_ftnref25\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Vgl. TENGA: 2020 Self Pleasure Report: Benutzt du zurzeit Sextoys? [Graph], in: <em>Statista, <\/em>Statista GmbH, 02.07.2020, <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1025779\/umfrage\/umfrage-in-deutschland-zur-nutzung-von-sextoys-nach-geschlecht\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1025779\/umfrage\/umfrage-in-deutschland-zur-nutzung-von-sextoys-nach-geschlecht\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn26\"><\/a><a href=\"#_ftnref26\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Vgl. Statista: Haben Sie schon einmal in einem Sexshop\/Erotik-Shop (Ladengesch\u00e4ft) nach Sexspielzeug geschaut bzw. Sexspielzeug gekauft? [Graph], in: <em>Statista, <\/em>Statista GmbH, 28.08.2017, <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742661\/umfrage-unter-frauen-zum-kauf-von-sexspielzeug-in-sexshop-erotik-shop\">https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742661\/umfrage-unter-frauen-zum-kauf-von-sexspielzeug-in-sexshop-erotik-shop<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn27\"><\/a><a href=\"#_ftnref27\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Vgl. Amorelie: #SEXUCATION | Amorelie GmbH, 2021, [YouTube], <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL9JU52kS7EJXCr1ghOpPDUEzWEi9ZRC6j\">https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL9JU52kS7EJXCr1ghOpPDUEzWEi9ZRC6j<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn28\"><\/a><a href=\"#_ftnref28\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Vgl. L\u00fcckerath, Thomas: Sexshop-Werbung im Tagesprogramm erregt die Gem\u00fcter, in: DWDL.de, <a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/54729\/sexshopwerbung_im_tagesprogramm_erregt_die_gemueter\/?utm_source=&amp;utm_medium=&amp;utm_campaign=&amp;utm_term=\">https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/54729\/sexshopwerbung_im_tagesprogramm_erregt_die_gemueter\/?utm_source=&amp;utm_medium=&amp;utm_campaign=&amp;utm_term=<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.07.2022).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn29\"><\/a><a href=\"#_ftnref29\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Statista. (28. August, 2017): \u201eWie sehr stimmen Sie der Aussage &#8222;Das Thema Sexualit\u00e4t geh\u00f6rt nicht in die \u00d6ffentlichkeit&#8220; zu?&#8220; [Graph]. In <em>Statista. <\/em><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742671\/umfrage-unter-frauen-zur-privatheit-des-themas-sexualitaet\">https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742671\/umfrage-unter-frauen-zur-privatheit-des-themas-sexualitaet<\/a> (aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn30\"><\/a><a href=\"#_ftnref30\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Vgl. EHI Retail Institute, Statista: B2C-E-Commerce: Ranking der Top 100 B2C-Onlineshops f\u00fcr physische G\u00fcter nach E-Commerce-Umsatz in Deutschland im Jahr 2020 (in Millionen Euro) [Graph], in <em>Statista, <\/em>Statista GmbH, 12.10.2021<em>,<\/em> <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/170530\/umfrage\/umsatz-der-groessten-online-shops-in-deutschland\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/170530\/umfrage\/umsatz-der-groessten-online-shops-in-deutschland\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn31\"><\/a><a href=\"#_ftnref31\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Vgl. Sch\u00f6nst\u00e4dt, Annika: Von Frau zu Frau &#8211; Unternehmerinnen f\u00fcr Vorbildfunktion geehrt, in: <em>Berliner Morgenpost, <\/em>28.04.2014, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/leute\/article127411235\/Von-Frau-zu-Frau-Unternehmerinnen-fuer-Vorbildfunktion-geehrt.html\">https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/leute\/article127411235\/Von-Frau-zu-Frau-Unternehmerinnen-fuer-Vorbildfunktion-geehrt.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn32\"><\/a><a href=\"#_ftnref32\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Vgl. Grossmann, Knallhart und umstritten.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn33\"><\/a><a href=\"#_ftnref33\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Vgl. Amorelie.de, <a href=\"https:\/\/www.amorelie.de\">https:\/\/www.amorelie.de<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn34\"><\/a><a href=\"#_ftnref34\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Meritt , Laura. Basierend auf pers\u00f6nlicher Kommunikation mit Laura Meritt vom 27.01.2022.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn35\"><\/a><a href=\"#_ftnref35\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Vgl. Sexclusivit\u00e4ten: Willkommen bei Sexclusivit\u00e4ten &#8211; dem fairen Onlineshop, <a href=\"https:\/\/www.sexclusivitaeten.net\">https:\/\/www.sexclusivitaeten.net<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn36\"><\/a><a href=\"#_ftnref36\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Meritt, pers\u00f6nliche Kommunikation.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn37\"><\/a><a href=\"#_ftnref37\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a name=\"_ftn38\"><\/a><a href=\"#_ftnref38\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Vgl. Sexclusivit\u00e4ten: Safer Sex, <a href=\"https:\/\/www.sexclusivitaeten.net\/Safer-Sex:::27.html\">https:\/\/www.sexclusivitaeten.net\/Safer-Sex:::27.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn39\"><\/a><a href=\"#_ftnref39\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Vgl. Transtoys: This is a gender fucking world, <a href=\"https:\/\/www.transtoy.de\">https:\/\/www.transtoy.de<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><a name=\"_ftn40\"><\/a><a href=\"#_ftnref40\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Meritt, pers\u00f6nliche Kommunikation.<\/p>\n<p><\/p>\n<h2>Literaturverzeichnis<\/h2>\n<p>Beck, Nadine (2019): Plug + Play: 150 Jahre Vibrator \u2013 ein Jubelband. Ilmtal-Weinstra\u00dfe: Jonas Verlag.<\/p>\n<p>Beste, Alexandra (2021, 10. Juli): M\u00e4nner befriedigen sich doppelt so h\u00e4ufig selbst wie Frauen, in: WELT, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article233503024\/Masturbation-So-oft-treiben-es-Maenner-und-Frauen-mit-sich-selbst.html\">https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article233503024\/Masturbation-So-oft-treiben-es-Maenner-und-Frauen-mit-sich-selbst.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.07.2022).<\/p>\n<p>Dummer, Niklas (2015, 05. Mai): Die Renaissance des Erotikhandels, in: Wirtschaft Woche, <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/beate-uhse-eis-de-amorelie-die-renaissance-des-erotikhandels\/11838356-all.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/beate-uhse-eis-de-amorelie-die-renaissance-des-erotikhandels\/11838356-all.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.2022).<\/p>\n<p>Eitler, Pascal (2009): Sexualit\u00e4t als Ware und Wahrheit: K\u00f6rpergeschichte als Konsumgeschichte, in: Haupt, Heinz-Gerhard\/Torp, Claudius (Hrsg.):&nbsp;Die Konsumgesellschaft in Deutschland 1890-1990. Frankfurt\/New York: Suhrkamp, 370-388.<\/p>\n<p>Grossmann, Stefanie (2021, 16. Juli): Knallhart und umstritten: Sexshop-Pionierin Beate Uhse<em>. <\/em><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Beate-Uhse-Die-umstrittene-Sexshop-Pionierin,beateuhse182.html\">https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/koepfe\/Beate-Uhse-Die-umstrittene-Sexshop-Pionierin,beateuhse182.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 13.06.2022).<\/p>\n<p>H\u00fcsing, Alexander (2018, 12. Juli): Amorelie: von 5,5 Millionen Verlust zu 450.000 Euro Gewinn, in: deutsche startups, <a href=\"https:\/\/www.deutsche-startups.de\/2018\/07\/12\/amorelie-450000-gewinn\/\">https:\/\/www.deutsche-startups.de\/2018\/07\/12\/amorelie-450000-gewinn\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.2022).<\/p>\n<p>Laqueur, Thomas W. (2008): Die Einsame Lust \u2013 eine Kulturgeschichte der Selbstbefriedigung. Berlin: Osburg Verlag.<\/p>\n<p>L\u00fcckerath, Thomas (2016, 19. Februar): Sexshop-Werbung im Tagesprogramm erregt die Gem\u00fcter, in: DWDL.de, <a href=\"https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/54729\/sexshopwerbung_im_tagesprogramm_erregt_die_gemueter\/?utm_source=&amp;utm_medium=&amp;utm_campaign=&amp;utm_term=\">https:\/\/www.dwdl.de\/nachrichten\/54729\/sexshopwerbung_im_tagesprogramm_erregt_die_gemueter\/?utm_source=&amp;utm_medium=&amp;utm_campaign=&amp;utm_term=<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.07.2022).<\/p>\n<p>Randler, Stephan (2021, 22. Februar): Gesch\u00e4ftsjahr 2019: Amorelie macht weniger Umsatz als im Jahr zuvor, in: <a href=\"http:\/\/neuhandeln.de\">neuhandeln.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/neuhandeln.de\/amorelie-macht-weniger-umsatz-als-im-jahr-zuvor\/\">https:\/\/neuhandeln.de\/amorelie-macht-weniger-umsatz-als-im-jahr-zuvor\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.2022).<\/p>\n<p>Sch\u00f6nst\u00e4dt, Annika (2014, 28. April): Von Frau zu Frau &#8211; Unternehmerinnen f\u00fcr Vorbildfunktion geehrt, in: <em>Berliner Morgenpost<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/leute\/article127411235\/Von-Frau-zu-Frau-Unternehmerinnen-fuer-Vorbildfunktion-geehrt.html\">https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/leute\/article127411235\/Von-Frau-zu-Frau-Unternehmerinnen-fuer-Vorbildfunktion-geehrt.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<h2>Quellenverzeichnis<\/h2>\n<p>Amorelie (2021): #SEXUCATION | Amorelie GmbH [YouTube], <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL9JU52kS7EJXCr1ghOpPDUEzWEi9ZRC6j\">https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL9JU52kS7EJXCr1ghOpPDUEzWEi9ZRC6j<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>Amorelie.de Onlineshop, Amorelie GmbH,&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.amorelie.de\">https:\/\/www.amorelie.de<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>EHI Retail Institute\/Statista. (2021, 28. Oktober): B2C-E-Commerce: Ranking der Top 100 B2C-Onlineshops f\u00fcr physische G\u00fcter nach E-Commerce-Umsatz in Deutschland im Jahr 2020 (in Millionen Euro) [Graph], in <em>Statista, <\/em>Statista GmbH<em>,<\/em> <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/170530\/umfrage\/umsatz-der-groessten-online-shops-in-deutschland\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/170530\/umfrage\/umsatz-der-groessten-online-shops-in-deutschland\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>Other Nature: alternativer Sexladen, Other Nature GmbH, <a href=\"https:\/\/other-nature.de\/de\/info\/about\">https:\/\/other-nature.de\/de\/info\/about<\/a> (zuletzt aufgerufen am 22.03.2022).<\/p>\n<p>Sexclusivit\u00e4ten, <a href=\"https:\/\/www.sexclusivitaeten.net\">https:\/\/www.sexclusivitaeten.net<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>Statista (2017, 28. August): Haben Sie schon einmal in einem Sexshop\/Erotik-Shop (Ladengesch\u00e4ft) nach Sexspielzeug geschaut bzw. Sexspielzeug gekauft? [Graph], in: <em>Statista, <\/em>Statista GmbH, <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742661\/umfrage-unter-frauen-zum-kauf-von-sexspielzeug-in-sexshop-erotik-shop\">https:\/\/de.statista.com\/prognosen\/742661\/umfrage-unter-frauen-zum-kauf-von-sexspielzeug-in-sexshop-erotik-shop<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>TENGA (2020, 02. Juli): 2020 Self Pleasure Report, <a href=\"https:\/\/www.tenga.co\/press\/TENGA_2020_Germany_Full_Report.pdf\">https:\/\/www.tenga.co\/press\/TENGA_2020_Germany_Full_Report.pdf<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p>Transtoys: This is a gender fucking world, <a href=\"https:\/\/www.transtoy.de\">https:\/\/www.transtoy.de<\/a> (zuletzt aufgerufen am 10.04.22).<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weibliche Sexualit\u00e4t zwischen \u00d6konomisierung und Emanzipation Marion Beauchet und Julian Holl In der Nachkriegszeit entwickelten sich in Westdeutschland und Westberlin zunehmend Industriezweige rund um das Thema der Sexualit\u00e4t. Insbesondere der Anstieg an Sexshops l\u00e4sst sich zur Unterstreichung eines allgemeinen Trends zur \u00d6konomisierung der Sexualit\u00e4t heranziehen. 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